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Rotweine aus dem Piemont

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Piemont: Rotweine aus Norditalien

Im Piemont hat der Wein eine lange Geschichte und einen festen Platz im Alltag. Auf rund 48'000 Hektar werden hier Reben angebaut, vor allem in den Hügeln rund um Alba, Asti und Alessandria. Die bekanntesten Gebiete: Langhe, Monferrato und Roero.

Das Klima ist kontinental geprägt: trockene Sommer, spürbare Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht und ein langer, oft nebliger Herbst. Diese Kombination sorgt für eine langsame Reifung der Trauben und somit für komplexe, strukturreiche Rotweine. Die Böden bestehen überwiegend aus kalkhaltigem Mergel, teils durchmischt mit Lehm oder Sand. Je nach Lage ergeben sich daraus ganz unterschiedliche Ausprägungen von elegant und floral bis kraftvoll und würzig. 

Was den Piemont besonders macht: Der Fokus liegt klar auf einheimischen Rebsorten. Internationale Klassiker wie Cabernet oder Merlot spielen kaum eine Rolle. Stattdessen setzen die Winzer auf bewährte regionale Sorten und auf eine Philosophie, die Herkunft über Trends stellt.

Welche dunklen Rebsorten werden im Piemont angebaut?

Rotwein aus dem Piemont ist eng mit drei Namen verbunden: Nebbiolo, Barbera und Dolcetto. Doch daneben gibt es auch weniger bekannte Sorten, die zeigen, wie vielfältig der Weinbau in der Region ist. Viele dieser Reben wachsen nur hier – in kleinen Lagen, unter besonderen Bedingungen und oft von Hand gelesen:

  • Nebbiolo: Die wohl anspruchsvollste Rebsorte des Piemont und die Grundlage für Barolo, Barbaresco und Roero. Sie reift spät, braucht Sonne, kühle Nächte und kalkhaltige Böden. Ihre Weine sind tanninreich, langlebig und entwickeln mit der Zeit Aromen von Trüffel, Rose, Teer und Gewürzen.
  • Barbera: Mit rund der Hälfte der Rebfläche ist Barbera die meistangebaute Rotweinsorte der Region. Sie ergibt fruchtige, säurebetonte Weine mit wenig Tannin. Vor allem Barbera d’Alba und Barbera d’Asti zeigen, wie vielseitig diese Rebe sein kann.
  • Dolcetto: Der Name klingt süss, der Wein ist es nicht. Dolcetto bringt trockene, weichere Rotweine mit dunkler Frucht, Mandelnoten und mildem Tannin hervor. Sie reifen früh, sind angenehm zugänglich und gehören für viele Piemonteser zur täglichen Mahlzeit.
  • Freisa: Eine alte Sorte, die fast ausschliesslich im Piemont angebaut wird. Ihre Weine sind würzig, oft leicht perlend und haben spürbare Gerbstoffe.
  • Grignolino: Ein echtes Piemont-Original mit heller Farbe und überraschend viel Tannin. Grignolino-Weine wirken leichtfüssig, sind aber keineswegs oberflächlich. Sie duften nach Gewürzen und Wildkräutern und haben trotz ihrer Seltenheit eine treue Fangemeinde.
  • Bonarda (Uva Rara): Nicht zu verwechseln mit gleichnamigen Sorten aus anderen Regionen. Die piemontesische Variante wird meist in Cuvées verwendet, bringt aber auch sortenrein kräftige, dunkle Weine mit weicher Frucht und feiner Würze hervor.

Wo liegen die Ursprünge des Piemont Rotweins

Der Weinbau im Piemont hat eine lange Geschichte – älter als viele der Dörfer, durch die sich heute die Weintouristen schlängeln. Ob die ersten Rebstöcke von den Kelten, Griechen oder Römern gebracht wurden, lässt sich heute kaum noch sagen. Sicher ist nur: Schon in der Antike wurde hier Wein erzeugt

Und das nicht zu knapp. Richtig prägend wurde die Region aber erst viel später. Im 19. Jahrhundert begann man, die Qualität konsequent zu verbessern. Vor allem rund um Alba, in der Langhe und im Monferrato, wurde nicht mehr für die Masse produziert, sondern für den Geschmack. Barolo, Barbaresco und später Barbera wurden zu Aushängeschildern für das, was Rotwein aus Italien sein kann, wenn man ihn ernst nimmt. 

 Der Barolo etwa wurde zuerst als restsüsser Wein getrunken, bis das Haus Savoyen ihn als trockenen, gereiften Wein salonfähig machte. Später kamen die sogenannten Barolo Boys, junge Winzer mit neuen Ideen, die die Stilistik modernisierten und dem Wein zu internationalem Ruhm verhalfen. Heute gehört das Piemont zu den bedeutendsten Weinregionen Europas – nicht nur wegen seiner DOCG-klassifizierten Spitzenweine, sondern auch wegen der vielen kleineren Weingüter, die mit Fingerspitzengefühl und Tradition das Beste aus Boden, Klima und Rebsorten herausholen.

Piemont Rotweine im SCHULER-Sortiment

Die Vielfalt des Piemonts zeigt sich nicht nur auf der Landkarte, sondern auch im Glas. Zwischen Alba und Asti entstehen Rotweine mit ganz unterschiedlichen Gesichtern. Was sie verbindet, ist der Charakter der Rebsorte, die Sorgfalt des Ausbaus und das Terroir, dem sie entspringen. Im SCHULER-Sortiment finden Sie ausgewählte Weine, die genau diese Bandbreite abbilden:

  • Barocco Nebbiolo d’Alba 2018: Ein Nebbiolo, der den Einstieg leicht macht. Duftige Noten von roten Beeren, Rosenblättern und Erde, dazu eine geschmeidige Textur und feinkörniges Tannin. Er zeigt, dass die Rebsorte nicht nur fordernd, sondern auch charmant sein kann, ohne an Tiefe zu verlieren.
  • San Silvestro Barbaresco Gaia Principe DOCG 2018: Dieser Barbaresco zeigt die elegante Seite des Nebbiolo. In der Nase florale Noten von Veilchen und Rosen, ergänzt durch feine Würze. Am Gaumen wirkt er geschliffen, mit reifer Frucht, seidigem Tannin und einem mineralisch geprägten Abgang.
  • Mirafiore Paiagallo Barolo DOCG 2017: Kräftig, komplex und mit einem langen Atem. Der Barolo aus der Einzellage Paiagallo bringt intensive Aromen von dunklen Beeren, Teer und Trüffel mit, dazu die für Barolo typische Struktur. Das Tannin ist präsent, aber gut eingebunden.

Piemont Rotweine: La Dolce Vita im Glas

Nicht jeder Rotwein aus dem Piemont schmeckt gleich – zum Glück! Genau deshalb lohnt sich in Bezug auf Aromen und die dazu passenden Gerichte aber auch ein genauer Blick:

Rebsorte Typische Aromen und Stil Passende Gerichte
Nebbiolo Rose, Teer, Trüffel, Leder; viel Tannin, hohe Säure, grosses Reifepotenzial geschmortes Rind, Wild, Risotto mit weissem Trüffel, gereifter Hartkäse
Barbera dunkle Kirschen, Pflaumen, Gewürze; lebendige Säure, wenig Tannin Pasta mit Ragù, Lamm, Pilzgerichte, kräftiger Käse
Dolcetto rote Früchte, Mandeln, milde Tannine; weich und zugänglich Antipasti, gegrilltes Gemüse, Lasagne, Pizza mit Trüffelöl
Freisa kräuterwürzig; leicht wild, kernig mit Gerbstoff Pasta mit Salsiccia, geschmorte Auberginen, Hartkäse
Grignolino hell, würzig, kräutrig; mit feinem Biss Vitello Tonnato, Thunfisch-Carpaccio, würzige Vorspeisen
Bonarda (Uva Rara) dunkle Beeren, Kräuter, samtig-weich; mittlerer Körper, wenig Säure Schmorgerichte, Linsen mit Speck, würzige Gemüsepfannen

Damit Piemont Rotwein sein volles Potenzial entfalten kann, lohnt sich ein Blick auf die Trinktemperatur. Kräftige Nebbiolo Weine wie Barolo oder Barbaresco zeigen sich ideal bei 16 bis 18 °C und profitieren vom Dekantieren. Barbera, Dolcetto oder Bonarda wirken bei 14 bis 16 °C besonders ausgewogen – jung getrunken gerne mit leichter Kühlung. Freisa und Grignolino dürfen auch bei 12 bis 14 °C serviert werden. Und wer eine gereifte Flasche öffnet, schenkt sie am besten in grosszügige Gläser.

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Rotwein aus dem Piemont gehört zu den eigenständigsten Weinen Europas und zeigt, wie gut Herkunft, Handwerk und Charakter zusammenpassen. In unserem Sortiment finden Sie sorgfältig ausgewählte Weine von Winzern, die ihre Reben kennen und wissen, was sie ihnen zumuten können. Namen wie Barolo, Barbaresco oder Nebbiolo d’Alba stehen für eine Region, die viele lange beschäftigt. Schauen Sie sich um, bestellen Sie unkompliziert online und entdecken Sie Piemont so, wie es wirklich schmeckt.